Rat für pflegende Angehörige

Die Pflege eines Angehörigen kann eine sehr belastende Aufgabe sein. Eine kürzlich veröffentlichte Broschüre bietet Rat und Hilfe.

Frau umarmt älteren Mann © Thinkstock
(München – 16.02.2012) In Deutschland sind 2,25 Millionen Menschen pflegebedürftig, davon werden zwei Drittel zu Hause betreut. „Mit der Entscheidung, die Pflege selbst durchzuführen, geraten viele Angehörige in eine schwierige Lebenslage“, sagt der Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) Dieter Best.

„Das Bedürfnis, den Angehörigen zu versorgen und das eigene Leben gleichzeitig zu bewältigen, stellt Anforderungen an den Einzelnen, denen nicht jeder gewachsen ist“, erklärt der Diplom-Psychologe. Wie geht man mit der oft körperlich als auch seelisch kräftezehrenden Situation um, ohne sich selbst aufzuarbeiten?

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) und der DPtV haben gemeinsam einen Ratgeber entwickelt: „Entlastung für die Seele – Ein Ratgeber für Pflegende Angehörige“. Betroffene und Interessierte erhalten einen umfassenden Überblick über die Ursache von möglichen Beschwerden und bekommen Auswege aufgezeigt.

Emotionale Bindung

„Wir möchten pflegende Angehörige dazu ermutigen, offensiv mit den Schwierigkeiten umzugehen und auch Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen“, sagte die BAGSO-Vorsitzende Prof. Ursula Lehr, selbst Psychologin und ehemalige Bundesgesundheitsministerin. Anders als bei professionellen Pflegekräften ist der emotionale Abstand zum Gepflegten nicht gegeben.

Nicht selten sind Erschöpfung, Überforderung und Depression die Folge. „Einen Angehörigen zu Hause zu pflegen, ist in jedem Fall eine große Herausforderung und ein Spagat zwischen dem Wunsch, helfen zu wollen, und der Sorge um den eigenen Lebensalltag“, betont Psychologin Lehr.

Wenn Herausforderung zur Überforderung wird

Und so selbstverständlich und erfüllend es auch sein kann, füreinander da zu sein und helfen zu können, so schnell kann sich der Pflegende dabei in einer Situation wiederfinden, in der die Herausforderung zur Überforderung wird. Der Übergang ist meist fließend und vollzieht sich unbemerkt. „Am Ende ist oft nur noch ein kleines Ereignis nötig – der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt – um den gesamten Organismus in sich zusammenbrechen zu lassen“, ergänzt die Autorin des Ratgebers, Gudrun von Stösser.

Die Broschüre zeigt Wege und Möglichkeiten auf, wie solche Überlastungen vermieden und gelöst werden können. Zum Inhalt des Ratgebers gehört nicht zuletzt eine umfassende Sammlung von Selbsthilfegruppen und Ansprechpartnern.

Der Ratgeber kann über die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung und die BAGSO bestellt oder direkt heruntergeladen werden.
Ansprechpartnerinnen:
Ursula-Anne Ochel, Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV)




Ursula Lenz, Pressereferentin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)


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E-Mail: lenz@bagso.de
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.02.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: Pressemitteilung der BAGSO und des DPtV "Neuer Ratgeber für pflegende Angehörige veröffentlicht"
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