Das Vergessen erkennen

Demenz ist zwar nicht heilbar – rechtzeitig erkannt, kann aber der Verlauf verzögert werden. Die ersten Warnsignale zu kennen, ist also wichtig.

Älterer Mann versucht sich zu erinnern. © Thinkstock
(München – 16.01.2012) Demenzerkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Erkrankungen im Alter. Allein in Deutschland sind etwa eine Million Menschen betroffen. „Ein Drittel der über 85-Jährigen leidet an einer Demenz“, erklärt Richard Mahlberg, Gerontologe und Psychiater am Institut für Psychogerontologie der Universität Erlangen.

Vergesslichkeit ist nicht gleich Demenz

Am weitesten verbreitet ist die Alzheimer-Demenz. Sie macht sich im Frühstadium oft mit Gedächtnisstörungen bemerkbar. Plötzlich ist der Schlüssel nicht mehr da, der Name von einem Bekannten, den man eben auf der Straße traf, fällt einem nicht mehr ein oder man kommt vom Einkauf zurück und hat vergessen, dass man eigentlich nur in den Supermarkt ging, um Milch zu kaufen – genau die fehlt aber im Einkaufskorb.

„Diese Vergesslichkeit im Alltag kennen wir natürlich alle und wer ein- oder auch fünfmal seinen Schlüssel verbummelt, ist noch nicht gleich an Demenz erkrankt“, sagt Mahlberg. Aber man sollte die ersten Warnzeichen nicht ignorieren und sie zu deuten wissen. Denn zu oft erkennt man erst im Nachhinein, dass es sehr wohl erste Anzeichen für die Erkrankung gegeben hat und damit die Möglichkeit zu einer frühzeitigen Therapie.

Gedächtnistests geben Aufschluss

„Ein demenzielles Syndrom geht so gut wie nie vor dem 50. Lebensjahr los und auch 50- bis 65-Jährige sind selten betroffen“, erklärt Mahlberg. Das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, verdoppelt sich aber ab dem 65. Lebensjahr etwa alle fünf Jahre. „Wer also über 65 Jahre alt ist und feststellt, dass die Vergesslichkeit zunimmt, der sollte bei einem Spezialisten einen standardisierten Gedächtnistest machen lassen“, rät der Gerontologe.

Viele Betroffene fürchten jedoch die Diagnose Demenz und gehen gar nicht oder sehr spät zum Arzt. Die Vergesslichkeit wird oft lange Zeit als normale Altersschusseligkeit abgetan. „Das ist sehr verständlich, kann aber Folgen für die Betroffenen haben“, warnt Mahlberg. Demenz sei zwar nicht heilbar, aber der Krankheitsverlauf könne mit einer gut abgestimmten Therapie um bis zu zwei Jahre verzögert werden.

Je früher die Diagnose gestellt wird und die Therapie beginnt, desto länger kommen die Betroffenen im Alltag noch gut zurecht. „Außerdem kann die eingeschränkte Gedächtnisleistung auch andere Ursachen wie beispielsweise eine Depression haben", erklärt der Gerontologe. Betroffene und Angehörige sollten unbedingt die ersten Warnzeichen ernst nehmen und sich rechtzeitig Hilfe holen.
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