Hilfe bei der Pflege

Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, ist nicht alleine. Hilfsangebote sollten rechtzeitig in Anspruch genommen werden – bevor die Pflege zur Belastung wird.

(Erlangen – 17.10.2011) Viele Menschen pflegen Angehörige, die an Demenz erkrankt sind, zu Hause, ohne sich Hilfe und Unterstützung zu holen. Sie versuchen, mit dem geliebten Menschen und seiner Krankheit allein umzugehen, weil sie sich verantwortlich fühlen. Nicht selten überfordern sie sich damit. „Es ist sehr schwierig, den Verfall eines vertrauten Menschen mitzuerleben und es ist auch nicht leicht, mit Demenzkranken umzugehen“, erklärt Richard Mahlberg, Gerontologe und Psychiater am Institut für Psychogerontologie der Universität Erlangen. „Demenzkranke bringen vieles durcheinander, schlafen unregelmäßig, können umtriebig und sehr fordernd sein.“ Die Pflege bringt Angehörige manchmal an den Rand ihrer Kräfte und kann sogar zu Burnout führen.

„Dabei gibt es in Deutschland ein gut organisiertes Hilfssystem mit Beratungsstellen für pflegende Angehörige“, sagt Mahlberg. Demenz zählt weltweit zu den häufigsten Erkrankungen im Alter. Allein in Deutschland sind etwa eine Million Menschen betroffen. „Das bedeutet aber eben auch, dass niemand mit seinem Schicksal allein sein muss“, erklärt der Gerontologe aus Erlangen.

Beratungsstellen helfen weiter

Mahlberg empfiehlt, dass pflegende Angehörige sich zunächst an eine Beratungsstelle wenden sollten. In Einzelgesprächen erfahren sie dort, welche Hilfen ihnen von staatlicher Seite zustehen und welche Kosten die Kranken- und Pflegekassen übernehmen. Das kann beispielsweise ein Angebot wie die Tagespflege oder Tagesstätte sein. In diese Einrichtungen können die Erkrankten für einige Stunden am Tag gebracht werden. „Die Angehörigen können in dieser Zeit arbeiten gehen oder einfach mal an sich selbst denken und Freunde treffen“, sagt Mahlberg. Für viele ist neben den Einzelgesprächen der Austausch in der Gruppe sehr hilfreich.

Viele pflegende Angehörige warten bei auftretenden Problemen viel zu lange, bis sie sich Hilfe suchen. „Am besten ist es aber, bereits vor der Entscheidung, ob ein Angehöriger zu Hause gepflegt werden soll oder nicht, in eine Beratungsstelle zu gehen“, sagt Mahlberg. „Es erspart allen Beteiligten böse Überraschungen und Missverständnisse, wenn man weiß, was die Entscheidung für eine Pflege bedeutet.“

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bietet eine Übersicht über die Beratungsstellen in Deutschland und weitere Hilfsangebote für Angehörige an.
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