Schädliche Therapie
Manchmal löst eine medizinische Behandlung weitere Erkrankungen und Schädigungen aus. Warum sind ältere Menschen besonders betroffen?
(München – 08.09.2011) Senioren sind aufgrund ihrer verminderten körperlichen Reserven und häufiger Begleiterkrankungen besonders gefährdet, durch eine medizinische Behandlung Schaden zu nehmen. Experten nennen in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2011) die häufigsten Ursachen und geben Ratschläge, wie sie sich vermeiden lassen.
Medikamente wirken im Alter anders
Das erste Problem, das Dr. Philipp Bahrmann vom Klinikum Nürnberg nennt, sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Bahrmann sieht die Ursache vor allem in einer so genannten Polypharmazie: Viele Senioren nehmen regelmäßig vier oder mehr Medikamente gleichzeitig ein. Im Alter steigt jedoch das Risiko für Nebenwirkungen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Bei älteren Menschen sind die Nieren häufig in ihrer Funktion beeinträchtigt. Das führt oft dazu, dass eingenommene Medikamente langsamer über den Urin ausgeschieden werden und so eine unvorhergesehene Wirkung entwickeln.
Verminderte Sehfähigkeit oder eingeschränkten Beweglichkeit in den Fingern können außerdem dazu führen, dass Fehler bei der Einnahme passieren. Einige Wirkstoffe sollten deshalb bei älteren Menschen möglichst nicht eingesetzt werden, fordert Dr. Bahrmann.
Verminderte Sehfähigkeit oder eingeschränkten Beweglichkeit in den Fingern können außerdem dazu führen, dass Fehler bei der Einnahme passieren. Einige Wirkstoffe sollten deshalb bei älteren Menschen möglichst nicht eingesetzt werden, fordert Dr. Bahrmann.
Stürze werden begünstigt
Medikamente sind auch häufig an einem weiteren Grund beteiligt, warum eine medizinische Behandlung dem Patienten schaden kann: Etwa ein Drittel der zu Hause lebenden Menschen über 65 stürzt im Durchschnitt einmal im Jahr. Schuld sind nicht nur Sehstörungen oder körperliche Gebrechlichkeit. Auch Medikamente gegen Depressionen oder Schlaftabletten können das Sturzrisiko erhöhen, warnt Dr. Bahrmann. Mittel gegen Bluthochdruck führen mitunter dazu, dass dem Patienten nach dem Aufstehen kurzzeitig schwarz vor Augen wird. Auch das kann einen Sturz verursachen.
Bei älteren Menschen hat das oft schlimmen Folgen: Bei fünf Prozent aller Stürze der Senioren kommt es zu Knochenbrüchen, berichtet Dr. Bahrmann. Die Behandlung eines Bruchs ist bei älteren Menschen häufig langwierig. Unter Umständen verlieren Betroffene ihre Selbstständigkeit und müssen im Pflegeheim betreut werden.
Bei der Behandlung von älteren Menschen sollten die möglichen Komplikationen vom behandelnden Arzt berücksichtigt werden. Hilfestellung bietet dabei unter anderem die sogenannte PRISCUS-Liste der Medikamente, die älteren Menschen im Zweifelsfall nicht verordnet werden sollten. Ist das Bewusstsein aller Beteiligten für die Problematik geschärft, können viele Folgen vermieden werden.
Bei älteren Menschen hat das oft schlimmen Folgen: Bei fünf Prozent aller Stürze der Senioren kommt es zu Knochenbrüchen, berichtet Dr. Bahrmann. Die Behandlung eines Bruchs ist bei älteren Menschen häufig langwierig. Unter Umständen verlieren Betroffene ihre Selbstständigkeit und müssen im Pflegeheim betreut werden.
Bei der Behandlung von älteren Menschen sollten die möglichen Komplikationen vom behandelnden Arzt berücksichtigt werden. Hilfestellung bietet dabei unter anderem die sogenannte PRISCUS-Liste der Medikamente, die älteren Menschen im Zweifelsfall nicht verordnet werden sollten. Ist das Bewusstsein aller Beteiligten für die Problematik geschärft, können viele Folgen vermieden werden.




