Allergisch gegen Nüsse

Eine Studie zeigt: Wer auf eine bestimmte Art von Nüssen allergisch reagiert, muss nicht zwangsläufig auf alle anderen Nussarten verzichten.

Nüsse © iStock
(Bonn – 25.10.2017) Wer eine Allergie gegen Erdnüsse, Haselnüsse oder Walnüsse hat, dem wird häufig geraten, generell auf Nüsse zu verzichten. In vielen Fällen ist das aber gar nicht notwendig, so die Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie.

Hintergrund: verschiedene Allergietests

Hat ein Betroffener bisher nicht eindeutig auf ein Lebensmittel reagiert, ist der orale Provokationstest die sicherste Methode zum Nachweis einer Allergie. Dabei werden unter klinischen Bedingungen kleinste und in bestimmten Zeitabständen gesteigerte Mengen des allergenen Lebensmittels gegeben. Dieser Test darf nur unter Aufsicht eines Mediziners durchgeführt werden, der den Patienten anschließend für einige Stunden beobachtet. Je nach Reaktion des Körpers kann er eingreifen und entscheiden, wann der Test beendet wird.  

Häufig wird jedoch nur ein sogenannter Prick-Test gemacht, bei dem standardisierte Allergenlösungen auf die Haut aufgebracht werden. Diese Methode ist allerdings für eine Diagnose nicht zuverlässig genug.  

Eine weitere Möglichkeit, um eine Allergie zu testen, ist der IgE-Test. Hierfür wird dem Patienten Blut abgenommen, um die Menge des Immunglobulins E (IgE) zu messen. Diese Antikörper werden bei entsprechender Veranlagung als Reaktion auf den Kontakt zu Allergenen gebildet.

Häufig liegt trotz positivem Test keine Zweitallergie vor

Die Wissenschaftler werteten für ihre Studie orale Provokationstests von 109 Patienten aus, bei denen nach der Diagnose einer Baumnussallergie – zum Beispiel auf Mandeln oder Pekannüsse – Hauttests oder IgE-Test auch für andere Nussarten positiv ausgefallen waren und die bisher aber nicht auf das Lebensmittel reagiert hatten. In mehr als jedem zweiten Fall ließ sich der Verdacht auf eine zusätzliche Nussallergie nicht bestätigen.  

Auch 44 Patienten mit einer Erdnussallergie und positivem Haut- und IgE-Test auf andere Nussarten bestanden den oralen Provokationstest zu 96 Prozent. Demnach litten auch diese Patienten nicht unter einer Zweitallergie und der Verzicht auf andere Nussarten erübrigte sich, so die Wissenschaftler.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.10.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE, Heike Kreutz): Erleichterung für Nussallergiker: Andere Nussarten oft unproblematisch