Spezifische Immuntherapie senkt Asthmarisiko

Bei Kindern mit Heuschnupfen lässt sich das Asthmarisiko senken, wenn möglichst früh eine spezifische Immuntherapie durchgeführt wird.

Junge hat Heuschnupfen © iStock
(Heidenheim – 27.09.2017) Heuschnupfen ist keine Bagatellerkrankung – schließlich kann sich aus jedem dritten, nicht ausreichend behandelten Heuschnupfen ein chronisches Asthma bronchiale entwickeln. Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder mit einer Gräserpollenallergie können bereits ab einem Alter von fünf Jahren von einer spezifischen Immuntherapie (SIT) profitieren – und zwar umso mehr, je früher sie mit der Therapie beginnen. Das zeigt eine aktuelle Studie.  

„In der gesamten, fünfjährigen Beobachtungszeit konnte der Anteil an Kindern mit einer Gräserpollenallergie, die Asthmabeschwerden entwickelten, wie auch ihr Verbrauch an Medikamenten gegen Heuschnupfen oder Asthma deutlich gesenkt werden. Dabei ist ein früher Therapiebeginn von großem Vorteil: Um den gleichen Therapieerfolg zu erreichen, müssen bei Zwölfjährigen zwanzig Kinder behandelt werden gegenüber sechs bei den Fünfjährigen. Eine spezifische Immuntherapie kann zudem in vielen Fällen verhindern, dass sich die Allergie auf andere Allergene ausweitet oder es zu einem sogenannten Etagenwechsel von den oberen Atemwegen in die unteren Atemwege (Bronchien) kommt“, sagt Dr. Andreas Hellmann vom Bundesverband der Pneumologen (BdP).

Die spezifische Immuntherapie gibt es auch als Tropfen und Tabletten

Im Vergleich zu Medikamenten, die lediglich die Symptome von Heuschnupfen bekämpfen, stellt die spezifische Immuntherapie mit Allergenen (SIT) die einzige Behandlungsmethode von Heuschnupfen dar, die an der Ursache ansetzt. Dazu werden dem Patienten zu Beginn der pollenfreien Zeit die Pollenbestandteile, auf die er sonst allergisch reagiert, zunächst in sehr geringen, dann in langsam immer weiter ansteigenden Dosierungen gespritzt. Ziel ist, den Körper schrittweise an diese Allergene zu gewöhnen und ihn so auf Dauer unempfindlich zu machen.

Schon nach einem Jahr zeigen rund 80 Prozent der Patienten weniger Beschwerden. Man spricht bei dieser Therapieform auch von Allergen-Immuntherapie, Allergie-Impfung, Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung. Als Alternative zu den wiederholten Spritzen gibt es auch die Möglichkeit, die Allergenpräparate in Form von Tropfen oder Tabletten zu Hause einzunehmen – die sogenannte sublinguale Immuntherapie (SLIT). Sie eignet sich insbesondere für Menschen, die Angst vor Spritzen haben oder beruflich stark eingebunden sind, sodass sie den Arzt nicht so oft aufsuchen können. Gerade für Patienten mit Heuschnupfen sind Herbst und Winter ideal für einen Behandlungsbeginn, weil dann keine Pollen mehr fliegen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.09.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesverbands der Pneumologen (www.lungenaerzte-im-netz.de): Asthmarisiko von Kindern mit Heuschnupfen durch möglichst frühzeitige Immuntherapie senken