Stoßlüften bei Heuschnupfen

Eine Studie zeigt: Wer unter einer Pollenallergie leidet, sollte besser stoßlüften als das Fenster zu kippen. Was Sie noch beachten sollten.

Frau mit Heuschnupfen öffnet das Fenster zum Lüften © iStock
(München – 04.04.2017) Etwa jeder Fünfte leidet in Deutschland unter einer Pollenallergie. Zur Pollensaison stellt sich immer wieder aufs Neue die Frage: Wie soll ich am besten lüften, um so wenig Beschwerden wie möglich zu bekommen? Um diese Frage zu beantworten, hat ein Team der Ökoklimatologie an der Technischen Universität München (TUM) Pollenkonzentrationen in Büroräumen systematisch untersucht und daraus praktische Tipps zum Lüften erarbeitet.

Untersuchung an Birkenpollen

Bei ihren Untersuchungen konzentrierten sich die Wissenschaftler auf Birkenpollen – wie Gräserpollen lösen diese besonders häufig allergische Reaktionen aus. Birken sind Erstbesiedler (Pionierpflanzen), beginnen früh mit der Reproduktionsphase und als Windbestäuber produzieren sie besonders viele Pollen. Das ist für ihr hohes Allergiepotenzial verantwortlich.

Für die Studie wurden im April 2015 in fünf verschiedenen Räumen und vor den dazugehörigen Fenstern die Birkenpollenkonzentrationen gemessen. Die Räume unterschieden sich unter anderem in ihrer Durch- oder Belüftung. Die mobilen Pollenfallen waren auf einer Höhe von 1,2 Metern platziert, was der durchschnittlichen Einatmungshöhe von Personen während der Arbeit an ihrem Schreibtisch entspricht. Sie befanden sich in 2,5 Metern Abstand vom jeweiligen Zimmerfenster. Eine zweite Pollenfalle wurde jeweils auf dem Fenstersims befestigt. Zusätzlich wurde eine Standard-Burkard-Pollenfalle auf dem Gebäudedach in 15 Metern Höhe neben der meteorologischen Station installiert – für die Messung der grundsätzlichen Belastung.

Besser Stoßlüften als Fenster kippen

Wie zu erwarten war, wurden in den Räumen grundsätzlich niedrigere Pollenkonzentrationen gemessen als draußen. Dabei schwankte das Konzentrationsverhältnis der Pollen zwischen sieben und 75 Prozent. Denn es ergaben sich große Unterschiede durch die Lüftungsstrategie: Für die Studie wurde beispielsweise ein Raum alle zwei Stunden für fünf Minuten gelüftet. In diesem Raum herrschte die niedrigste Pollenbelastung im Vergleich zu einem Nachbarraum, in dem das Fenster dauerhaft gekippt war. Ebenfalls höher war die Konzentration in einem Raum mit geöffnetem Fenster und einem chemischen Labor mit automatischem Luftabzug.

Das Resümee: Die Pollenkonzentrationen können durch Stoßlüften um zwei Drittel reduziert werden – im Vergleich zum Maximum der in der Studie erreichten Pollenkonzentrationen in einem Raum. Um Birkenpollen besonders effektiv draußen zu halten, raten die Forscher Pollenallergikern daher, ihre Büro- und Aufenthaltsräume lediglich stoßzulüften.

Regelmäßig Staubwischen

Ein weiterer beeinflussender Faktor ist der Publikumsverkehr in einem Büro: Mit der Zeit erhöht sich die Pollenkonzentration in einem Raum. Dies kann damit zusammenhängen, wie viele Arbeitskollegen in einem Raum ein- und ausgehen, da Pollen an der Kleidung haften. Auch häufen sich Pollen im Hausstaub an, wenn gar nicht oder nur selten geputzt wird. Das ist sogar über die Pollensaison hinaus der Fall. Regelmäßiges Staubwischen ist deshalb für Allergiker eine wichtige Maßnahme, um allergische Reaktionen zu minimieren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.04.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Technischen Universität München: Pollenallergie: Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
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