Jetzt Immuntherapie starten

Für Heuschnupfenpatienten ist der Herbst die beste Zeit, um mit einer Hyposensibilisierung zu beginnen. Wie sie funktioniert.

Frau schnäuzt sich © Thinkstock
(Heidenheim – 02.09.2016) Für Patienten mit Pollenallergie ist jetzt die beste Zeit, mit einer Hyposensibilisierung zu beginnen. „Die Therapie sollte mindestens zwei, besser aber drei bis vier Monate vor Einsetzen der jeweiligen Pollenflugsaison beginnen, damit bereits im ersten Behandlungsjahr eine deutliche Verminderung der Beschwerden erreicht werden kann“, sagt Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender Bundesverband der Pneumologen (BdP).

Heuschnupfen ernst nehmen

Bei rund 40 Prozent der Betroffenen mit einer Allergie gegen Gräserpollen kommt es innerhalb von zehn bis 15 Jahren zu einem sogenannten Etagenwechsel – das heißt, die Allergie breitet sich von den oberen in die unteren Atemwege aus und es entwickelt sich ein allergisches Asthma mit chronischen Atembeschwerden. „Je länger Heuschnupfen unbehandelt bleibt, umso größer wird das Risiko, an Asthma zu erkranken. Außerdem können sich Allergien gegen weitere Allergene – zum Beispiel in Nahrungsmitteln – entwickeln“, warnt Dr. Hellmann.

Die einzige ursächliche Therapie ist die Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt. Dabei werden die Allergene, auf die der Allergiker überempfindlich reagiert, in schrittweise ansteigenden Mengen verabreicht, bis der Körper sie nicht mehr als schädliche Fremdstoffe bekämpft. Das kann in Form von subkutanen Spritzen (Allergie-Impfung) oder aber in Form von Tropfen oder Tabletten geschehen, die über die Mundschleimhaut unter der Zunge zugeführt werden. „Ziel einer Hyposensibilisierung ist also neben einer Linderung der Heuschnupfenbeschwerden – etwa eine laufende Nase, Niesen, juckende Augen und Husten – und einer Reduktion des Bedarfs an symptomlindernden Medikamenten wie Antihistaminika vor allem eine Verhinderung von Asthma und einer Ausweitung des Allergiespektrums“, so der Experte.

Winterpause einlegen möglich

Für Patienten mit Gräserpollenallergie bietet die sogenannte Gräsertablette im Vergleich zu Tropfen oder Spritzen einige Vorteile: Die Tablette muss im Gegensatz zu den Tropfen nicht gekühlt werden. „Das heißt, man kann sie nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs einnehmen und in den Urlaub mitnehmen“, erklärt der Pneumologe. „Die Einnahme ist problemlos, denn die unter die Zunge gelegte Tablette löst sich rasch im Mund auf. Somit lässt sich die Gräsertablette gut in den Alltag integrieren und stellt eine komfortable Alternative zur subkutanen Spritzentherapie dar, für die regelmäßige Arztbesuche über eine Therapiegesamtdauer von drei Jahren erforderlich sind.

Zwar wäre es optimal, auch die Gräsertablette drei Jahre lang durchgehend einzunehmen – es besteht jedoch die Möglichkeit, eine Winterpause bis spätestens zwei Monate vor Beginn der nächsten Pollenflugsaison einzulegen. Außerdem sind die in der Gräsertablette enthaltenen Allergenmengen höher konzentriert als in den Tropfen, sodass die Gräsertabletten insgesamt wirksamer sind als die Tropfen. Die Behandlungsergebnisse sind in etwa mit denen der subkutanen Immuntherapie gleichzusetzen. Die Gräsertablette ist somit quasi nichts anderes als eine Allergie-Impfung in Tablettenform.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.09.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesverbands der Pneumologen (www.lungenaerzte-im-netz.de): Als Pollenallergiker am besten jetzt mit der Therapie beginnen!
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