Der Allergie vorbeugen

Im kommenden Frühjahr endlich weniger allergische Beschwerden? Jetzt ist die beste Zeit, um über eine Hyposensibilisierung nachzudenken.

Verschiedene Spritzen Hyposensibilisierung © Shutterstock
(Mönchengladbach/Ulm – 22.08.2011) Der Sommer neigt sich dem Ende zu und viele Pollenallergiker können im wahrsten Sinne des Wortes aufatmen. Doch das nächste Frühjahr kommt bestimmt. Der Herbst ist genau die richtige Jahreszeit, um eine sogenannte Hyposensibilisierung durchzuführen. „Sie kann allergische Reaktionen deutlich herabsetzen“, erläutert die Biologin Anja Schwalfenberg, Expertin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund.

Bei einer Hyposensibilisierung wird dem Patienten genau der Stoff verabreicht, der seine Allergie auslöst. In der Regel wird die Dosierung des Allergens allmählich gesteigert, bis ein Niveau erreicht ist, das der Körper gerade noch toleriert, ohne mit ausgeprägten allergischen Symptomen zu reagieren.

Diese Dosis wird dann alle vier bis acht Wochen gespritzt. Durch den kontrollierten und wiederholten Kontakt soll sich der Organismus schonend an das Allergen gewöhnen. Im Idealfall lindert das die Beschwerden in der kommenden Allergiesaison deutlich. Das Risiko, dass sich aus der Allergie allergisches Asthma entwickelt, kann ebenfalls gesenkt werden.

Verschiedene Therapieformen

Meist werden die Allergenextrakte unter die Haut gespritzt. Sie können aber auch in Tropfen- oder Tablettenform verabreicht werden, erklärt Allergieexpertin Schwalfenberg. Eine Behandlung ist in der Regel auf einen Zeitraum von drei Jahren angesetzt.

Bei der Hyposensibilisierung gibt es unterschiedliche Therapieformen. Welche Form der Behandlung gewählt wird, hängt vom Allergieauslöser, den zur Verfügung stehenden Präparaten, von der jeweiligen Lebenssituation des Patienten und dem Startzeitpunkt der Therapie ab. Wurde beispielsweise der ideale Zeitpunkt für die Behandlung einer Birkenpollenallergie verpasst, kann einige Wochen vor Beginn der Pollensaison noch eine Kurzzeittherapie begonnen werden. Diese muss ebenfalls über drei Jahre hinweg fortgesetzt werden.

Wie hoch sind die Erfolgschancen?

Den Nutzen der Immuntherapie schätzt auch der Lungenfacharzt und Allergologe Michael Barczok vom Lungenzentrum Ulm als hoch ein: „Dadurch sinkt nicht nur das Risiko, dass sich aus einer Pollenallergie Asthma entwickelt, sondern auch das weiterer Allergien.“ Mit etwas Glück wirke eine erfolgreiche Hyposensibilisierung ein Leben lang.

Die Chancen, dass eine Hyposensibilisierung den gewünschten Erfolgt bringe, seien vor allem dann gut, wenn nur eine einzelne Allergie bestehe. Die Behandlung kann aber auch eingesetzt werden, wenn der Patient unter mehreren Allergien leidet oder sich im Zusammenhang mit einer Pollenallergie zusätzlich Nahrungsmittelallergien entwickelt haben. In diesem Fall ist eine Hyposensibilisierung nur sinnvoll, wenn herausgefunden werden kann, welches Allergen die stärksten Beschwerden verursacht. Das kann anhand eines Bluttests überprüft werden.

Die Kosten der Hyposensibilisierung werden von den Krankenkassen übernommen. Wer eine entsprechende Behandlung in Erwägung zieht, sollte sich bereits in den letzten Sommerwochen mit einem Arzt in Verbindung setzen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.08.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: dapd